Wenn medikamente krank machen

Wenn Medikamente krank machen

Warum sich ein Blick auf die gesamte Medikation lohnt.

Viele Menschen nehmen über Jahre mehrere Medikamente ein. Häufig werden diese Medikamente irgendwann zur Routine es kommen neue Medikamente dazu und niemand fragt mehr, ob sie noch notwendig sind oder ob sie sich gegenseitig beeinflussen.

Neben den Wirkstoffen können auch die Zusatzstoffe und bestimmte Lebensmittel Wechselwirkungen mit den Medikamenten eingehen.

Das heißt:

Das, was Du isst oder trinkst, kann die Wirkung eines Medikaments verstärken oder abschwächen.

Diese Info findet man oft nur in den Beipackzetteln oder bekommt sie erst dann wenn man sich damit auseinandersetzt in der Apotheke.

Gerade ältere Menschen die oft mehrere Medikamente einnehmen sollen sind mit den vielen ellenlangen, kleingeschriebenen Beipackzettel schlichtweg überfordert.

Neue Beschwerden werden dann oft dem Alter oder einer neuen Erkrankung zugeschrieben. Dabei können auch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen von Medikamenten dahinterstecken.

Deshalb lohnt es sich, die eigene Medikation regelmäßig überprüfen zu lassen.

Warum schreibe ich den Beitrag?

Mir ist es ein Herzensanliegen Dir zu sagen, schau genauer hin, für Dich selbst oder Deine Lieben.

In den letzten 2 Jahren habe ich gleich 3 Mal hintereinander bei nahen Angehörigen genau das erlebt.

Im Laufe der Jahre summierten sich die Medikamente, und niemand überprüfte mehr:

  • ob sie noch nötig waren,
  • ob sie überhaupt zusammenpassten,
  • ob die neu aufgetretenen Beschwerden möglicherweise durch eines der Medikamente ausgelöst wurden.

Medikationsfehler können erhebliche Gesundheitsschäden verursachen.Laut einer Studie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sind ca. 500.000 aller Krankenhauseinweisungen im Jahr, auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen mit teilweise tödlichem Ausgang zurückzuführen.

Medikamente rechtzeitig überprüfen lassen kann Leben retten

Meinem Vater hat die Überprüfung seiner 12 Medikamente das Leben gerettet.
Er kam mit Blut im Stuhl ins Krankenhaus und nach einigen Untersuchungen machte man uns kaum noch Hoffnung, das er je wieder nach Hause kommen würde und wenn als Pflegefall.Es bestand der Verdacht auf Blutkrebs, da er nur noch sehr wenig rote Blutplättchen hatte. Nach drei Wochen Krankenhausaufenthalt wurde er entlassen und  seine Medikamentenliste umfasste nun 12 verschiedene Medikamente.

Schon im Krankenhaus hatte ich das Gefühl, vielleicht stimmt ja etwas mit seinen Medikamenten nicht. Bei 12 verschiedenen Medikamenten wurden die Bedenken noch größer.

Medikamente und ihre möglichen Nebenwirkungen

So habe ich mir dann seine Symptome/ Beschwerden genauer angeschaut, die Beipackzettel seiner Medikamente studiert und mit seinen Beschwerden verglichen.

Auffällig waren für mich 3 Medikamente die alle mit seinen geringen roten Blutkörperchen in Zusammenhang stehen konnten.

Da der Hausarzt nur schlecht erreichbar war, haben wir diese Liste mit dem Medikamentenplan in der Apotheke überprüfen lassen.

Hier zeigte sich, dass diese 3 Medikamente sehr wahrscheinlich mit den katastrophalen Blutwerten in Zusammenhang standen.

2 Medikamente nahm er völlig unnötig. Sie waren irgendwann mal verschrieben worden, aber nie überprüft worden ob sie noch gebraucht wurden.

Nach Rücksprache mit dem Arzt und absetzen der Medikamente verbesserten sich seine Blutwerte und die Anzahl der Blutplättchen von Woche zu Woche.

 

Wichtig: Medikamente niemals eigenständig absetzen oder verändern.

Besprich mögliche Auffälligkeiten immer mit Deinem Arzt oder Apotheker.

 

Mein Vater war kein Einzelfall.

Ähnliche Erfahrungen habe ich auch bei meiner Schwiegermutter und aktuell bei meiner Stiefmutter gemacht. In beiden Fällen wurden über Jahre Medikamente eingenommen und ergänzt, ohne die gesamte Medikation regelmäßig zu überprüfen.
Bei meiner Schwiegermutter kam die Überprüfung ihrer Beschwerden mit möglichen Nebenwirkungen leider zu spät.
Die Analyse bei meiner Stiefmutter läuft aktuell noch.

Was kannst Du tun?

Ja, es kostet etwas Zeit, Beschwerden zu notieren und mögliche Zusammenhänge zu prüfen.

Doch manchmal steckt die Ursache nicht dort, wo man sie vermutet.

Im Fall meines Vaters war genau dieses Hinschauen lebensrettend.

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