Wenn Medikamente krank machen

Wenn Medikamente krank machen

Viele Menschen nehmen über Jahre mehrere Medikamente gleichzeitig ein, im Laufe der Zeit werden diese Medikamente dann zur Routine. Treten irgenwann neue Beschwerden auf werden neue Medikamente verschrieben.

Ob diese neuen Beschwerden jedoch vielleicht Nebenwirkungen der bereits vohandenen Medikamente sind, oder sich die Medikamente sogar gegenseitig beeinflußen wird häufig nicht überprüft.

Treten kurz nach der Einnahme neue Beschwerden auf, ist ein möglicher Zusammenhang mit Nebenwirkungen noch einfacher zu erkennen. Schwieriger wird es wenn die neuen Beschwerden erst nach längerer Einnahme der Medikamente auftreten.

Weshalb treten Nebenwirkungen erst verzögert auf?

Die biochemischen Prozesse im Körper verändern sich und der Körper braucht Zeit um sich an die neuen Substanzen zu gewöhnen.  Nicht immer kann der Körper die neuen Substanzen verarbeiten und reagiert mit neuen Beschwerden.

Ein ebenfalls wichtiger Faktor ist, wenn neben den verschrieben Medikamenten noch weitere Mittel wie Nahrungsergänzungsmittel, rezeptfreie Schmerzmittel aber auch bestimmte Nahrungsmittel eingenommen werden.

Häufig übersehen wird zudem, dass neben den Wirkstoffen auch die Zusatzstoffe und bestimmte Lebensmittel Wechselwirkungen mit den Medikamenten eingehen können.

Das heißt:

Auch das was Du isst oder trinkst, kann die Wirkung eines Medikaments verstärken oder abschwächen.

Diese Info findet man oft nur in den Beipackzetteln oder bekommt sie erst wenn man sich damit auseinandersetzt in der Apotheke.

Gerade ältere Menschen die oft mehrere Medikamente einnehmen sollen, sind mit den vielen ellenlangen, kleingeschriebenen Beipackzettel schlichtweg überfordert.

Neue Beschwerden werden dann oft dem Alter oder einer neuen Erkrankung zugeschrieben. Vielfach übersehen wird jedoch, dass die neuen Beschwerden auch Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen von Medikamenten sein können wird vielfach übersehen.

Das Tückische daran ist, dass die neu auftretenden Beschwerden wie z.B. Muskelkrämpfe, Harnwegsinfekte, Sehstöhrungen, Atemwegsinfekte, Vitamin B Mangel, oft erst verzögert auftreten und häufig nichts mit der Grunderkrankung zu tun haben.

Warum schreibe ich den Beitrag?

Es ist mir ein Herzensanliegen, das dieser Aspekt mehr Beachtung findet. Hinschauen, hinterfragen und überprüfen kann Leben retten.  Schau genauer hin, für Dich selbst oder Deine Lieben.
In den letzten 3 Jahren habe ich gleich 3 Mal hintereinander bei nahen Angehörigen erlebt wohin ignorieren, einfach hinnehmen führen kann.

Im Laufe der Jahre summierten sich die Medikamente, und niemand überprüfte mehr:

  • ob sie noch nötig waren,
  • ob sie überhaupt zusammenpassten,
  • ob die neu aufgetretenen Beschwerden möglicherweise durch eines der Medikamente ausgelöst wurden.

Hinschauen und hinterfragen ob die Medikation passt, kann Leben retten

Medikationsfehler können erhebliche Gesundheitsschäden verursachen.

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) sind ca. 500.000 aller Krankenhauseinweisungen im Jahr, auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen mit teilweise tödlichem Ausgang zurückzuführen.

Meine Schwiegermutter war der erste Fall. Ohne Überprüfung wurden über Jahre Medikamente eingenommen und ergänzt. Bei ihr kam der Verdacht das ihrer Symptome und Beschwerden mit möglichen Nebenwirkungen ihrer Medikamente zusammenhängen könnten leider zu spät.

Nach dieser Erfahrung mit meiner Schwiegermutter, kam mir immer häufiger der Verdacht, dass die ständig neuen Beschwerden meines Vaters, vielleicht mit seinen Medikamenten zusammenhängen könnten.

Bevor ich mich jedoch näher damit beschäftigen konnte, kam er mit Blut im Stuhl ins Krankenhaus. Nach einigen Untersuchungen machte man uns kaum noch Hoffnung, das er je wieder nach Hause kommen würde und wenn als Pflegefall.

Es bestand der Verdacht auf Blutkrebs, da er nur noch sehr wenig rote Blutplättchen hatte. Nach drei Wochen Krankenhausaufenthalt wurde er entlassen und seine Medikamentenliste umfasste nun 12 verschiedene Medikamente.

Niemand hat seine Medikation in der Zeit überprüft.

Mein Verdacht das vielleicht etwas an seiner Medikation nicht stimmen könnte wurde bei 12 Medikamenten noch größer.

Medikamente und ihre möglichen Nebenwirkungen

Nach seiner Entlassung notierte ich mir alle seine Symptome und Beschwerden. Studierte die Beipackzettel und verglich sie mit den möglichen Nebenwirkungen/ Kontraindikationen seiner Medikamente. Stellte alles übersichtlich und farbig markiert in einer Liste zusammen.

Auffällig waren für mich 3 Medikamente die alle mit seinen geringen roten Blutkörperchen in Zusammenhang stehen konnten.

Da der Hausarzt nur schlecht erreichbar war, haben wir diese Liste zusammen mit dem Medikamentenplan in der Apotheke überprüfen lassen.

Hier zeigte sich, dass diese 3 Medikamente mit den katastrophalen Blutwerten in Zusammenhang standen.

2 Medikamente nahm er völlig unnötig. Sie waren irgendwann mal verschrieben worden, aber nie überprüft worden ob sie noch gebraucht wurden.

Nach Rücksprache mit dem Arzt und absetzen der Medikamente verbesserte sich sein Zusatand, seine Blutwerte und die Anzahl der Blutplättchen innerhalb kurzer Zeit.

Meinem Vater hat die Überprüfung seiner Medikation das Leben gerettet.

Wichtig: Medikamente niemals eigenständig absetzen oder verändern.

Besprich mögliche Auffälligkeiten immer mit Deinem Arzt oder Apotheker.

Ähnliche Erfahrungen mache ich aktuell bei meiner Stiefmutter. Seit Jahren werden verschiedene Medikamente eingenommen und wegen neuer Beschwerden ergänzt, ohne die gesamte Medikation jemals zu überprüfen.
Die Analyse ihrer 14 Medikamente läuft noch. Bei einem schnellen Medikamentencheck ergaben sich bereits 9 Warnmeldungen.

Fazit

Ja, es kostet etwas Zeit, Beschwerden zu notieren und mögliche Zusammenhänge zu prüfen.

Doch manchmal steckt die Ursache mancher Beschwerden nicht dort, wo man sie vermutet.
Im Fall meines Vaters war genau dieses Hinschauen lebensrettend.

Medikamente sind wichtig und in vielen Fällen auch notwendig. Doch jeder Mensch ist anders, jeder Körper reagiert anders. Was dem einen hilft, kann bei einem anderen das Gegenteil bewirken.

Die Signale des Körper ernst zu nehmen und genauer hinzuschauen, hat in meiner Welt nichts mit Einbildung oder zu empfindlich zu tun.

Es ist Achtsamkeit und Selbstfürsorge, denn wegsehen und die Signale des Körpers ignorieren geht zu Lasten Deiner Gesundheit.

Dein nächster Schritt

Wenn Du magst lade Dir hier meine Tipps:
„Wenn Medikamente krank machen – Schritt für Schritt mögliche Zusammenhänge erkennen“ herunter.

Hier habe ich Dir zusammengestellt:

  •  wie Du am Besten vorgehst,
  • wie eine solche Aufstellung aussehen kann,
  • wo Du Dich für eine Überprüfung hinwenden kannst.

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